Deutschsprachige Erstaufführung von Joël Pommerat Gefördert vom Fonds »Wanderlust« bei der Kulturstiftung des Bundes
Regie: Christoph Werner | Musik: Sebastian Herzfeld | Bühne und Kostüme: Angela Baumgart | Puppen: Hagen Tilp |
Dramaturgie: Ralf Meyer | Regieassistenz: Skadi Gleß
Mit: Marie Bretschneider, Nils Dreschke, Lars Frank, Sebastian Fortak, Steffi König, Ulrike Langenbein, Katharina Kummer
Inhalt: Ein wohlhabender, aber nicht sonderlich attraktiver Mann - beflissener Erotomane und unheilbar erkrankt - will seinen Besitz nicht an seine leiblichen Kinder vererben, sondern an die Angestellten eines Supermarkts, der ihm gehört. Er will beweisen, dass er unersetzbar ist. Und er will unsterblich sein! Als Gegenleistung für das Erbe sollen die Angestellten ein Theaterstück über sein Leben verfertigen und zehn Jahre lang je ein Mal pro Saison aufführen! Die zukünftigen Millionäre sind von dieser Aufgabe überfordert. Unter den Angestellten befindet sich aber eine gutherzige Frau, die heimlich in das vermeintliche Scheusal verliebt ist und es mit Hilfe des Theaters läutern will. Da es ihr an Durchsetzungskraft mangelt, erfindet sie einen Bruder, der statt ihrer die Theaterproben leitet. Dieser Bruder, verkörpert von ihr selbst, wird zum Objekt der Begierde des kranken Mannes, der inzwischen im Krankenhaus auf den Tod wartet. Seit der Bruder die Szene betreten hat, scheint die gutherzige Frau aber verschwunden zu sein, und die Pariser Polizei schaltet sich ein ... Auf der Grundlage von Bertolt Brechts »Der gute Mensch von Sezuan« und dem Doppelgängermotiv aus der Weltliteratur entwirft »Meine Kältekammer« eine Moderne, in der die Vergangenheit niemals aufgehört hat zu sein. Das Gute und das Böse sind untrennbar in einen Alltag verstrickt, in dem »die Leute von nebenan« zu mythischen Figuren werden und ganz sie selbst bleiben dürfen.
Mit freundlicher Unterstützung des Institut français/ Bureau du Théâtre et de la Danse und Beaumarchais Paris im Rahmen des Produktionsförderungsprogramms